Ausstattung

Der ursprünglich von der Wohlen-Meisterschwanden Bahn beschaffte Triebwagen BDe 4/4 2 ist in den Fahrgastabteilen mit Tischen ausgerüstet.
Im ehemaligen Gepäckabteil befindet sich eine Bar mit Kühlschränken, Kaffee-Maschinen und einer Bord-Unterhaltungsanlage (inkl. Aussen-Lautsprecher).
Auf beiden Führerstandseiten ist für die Fahrgäste die Sicht auf die Strecke möglich.
Eine Toilette ist vorhanden.

Geschichte und Einsatz

Die Wohlen-Meisterschwanden Bahn (WM), die einzige private Normalspurbahn im Kanton Aargau wurde 1916 eröffnet. Ursprünglich war geplant, die 8.23 km messende Bahn über den Endpunkt Fahrwangen an die Seetalbahn anzubinden. Obwohl der Bahnhof in Meisterschwanden bereits gebaut war und der Bahn die Namensgebung lieferte, unterblieb die Verlängerung bis zur Einstellung der Bahn. Die WM-Bahn wurde seit der Eröffnung mit Gleichstrom betrieben. Dies verhinderte eine sinnvolle Einbindung in den Bahnhof Wohlen und auch einen Fahrzeugaustausch zwischen der SBB und der Privatbahn. Nachdem der Bund und der Kanton einer grundlegenden Erneuerung unter dem Vorbehalt einer Änderung der Fahrleitungsspannung und dem Umbau auf Wechselstrom analog dem SBB Netz zustimmte, benötigte die WM neue Lokomotiven bzw. Triebwagen.

Das 1958 in Kraft getretene Eisenbahngesetz sah unter anderem Hilfeleistungen für Privatbahnen vor. Die gestellten Gesuche wurden vom Eidgenössischen Amt für Verkehr (EAV) geprüft und bewilligt.

Um die Kosten im Rahmen zu halten, wurde 1962 für Rollmaterialerneuerungen ein Einheitstyp Fahrzeuge in Auftrag gegeben. Diverse Privatbahnen konnten mit den total 12 Triebwagen ihr Angebot erneuern. Auch die WM konnte zwei neue Triebwagen für die Umstellung von Gleich- auf Wechselstrom bestellen. Die Vorgaben für den Nebenbahnbetrieb wurden entsprechend umgesetzt und so konnten alle Triebwagen neben dem Transport von Reisenden auch für Gepäck- und Posttransporte eingesetzt werden.
Aufgrund der Leistungsdaten waren sie auch im Stande, den Güterverkehr zu übernehmen. Wurden dann dem Triebwagen Güterwagen angehängt, sprach man von einem Güterzug mit Personenbeförderung. Eine Zuggattung, welche in den achtziger Jahren aus den offiziellen Kursbüchern verschwunden ist.

Die Übergabe des neuen Triebwagen erfolgte im Jahr 1966, wobei der Triebwagen 2 am 1. März übergeben und am 8. März in die neue Heimat überführt wurde. Ab 18. März waren die Triebwagen im täglichen Einsatz bis im Juni 1997, wo die beschlossene Umstellung von der Bahn auf den Bus vollzogen wurde. Die Anlagen wurden abgebrochen und die Fahrzeuge zum Verkauf angeboten. Die Triebwagen BDe 4/4 1 und 2, sowie der Steuerwagen wurden von der Südostbahn übernommen und gelangten als BDe 4/4 90 und 91 für Schubleistungen und Schülerzüge zum Einsatz. Mit der Ausrangierung der letzten Altbau Triebwagen übernahmen sie die Leistungen als Shuttlezug zwischen Biberbrugg und Einsiedeln. Der ehemalige Triebwagen Nummer 1 wurde nach einem schweren technischen Defekt 2003 ausrangiert und abgebrochen. Der inzwischen umnummerierte Triebwagen 2 wurde nach Übernahme eines neuen Pendelzuges nur noch als Reserve verwendet.

Einsatz des BDe 4/4 2 beim DSF

Der DSF wurde schon früh darauf aufmerksam, dass es sich bei diesem Triebwagen um den einzigen EAV Triebwagen im Originalzustand handelte und nahm mit der Südostbahn Kontakt auf zwecks einer Übernahme. Auf den Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2004 wurde der ehemalige Freiämter Triebwagen ausrangiert. Am 22. Dezember wurde er vom DSF übernommen. Nach der Übernahme wurden die ersten Arbeiten am Fahrzeug ausgeführt. Im Gepäckabteil, wo früher Gepäck und auch zwischendurch Tiere transportiert wurden, entstand eine Bar. Das Dach wurde wieder silbergrau gestrichen und das Fahrzeug für einen Neuanstrich vorbereitet. Dieser wurde 2007 realisiert und so präsentiert sich der Triebwagen, welcher inzwischen den Namen „Aargauer Pfyl“ erhalten hat, wieder in seinen Originalfarben Bordeauxrot/Kieselgrau.
So wird er auch in Zukunft an die einzige Aargauer Normalspurbahn erinnern und bei zahlreichen Extrafahrten ein Stück Eisenbahngeschichte wach halten.

Eigentümer und Besitzdauer des Fahrzeugs:

Besitzer Bezeichnung   von bis
WM BDe 4/4
2 1966 1997
SOB BDe 4/4
91 1997 2001
SOB BDe 556 042 2001 2004
DSF BDe 4/4 2 2004 2009
DSF BDe 4/4
94 85 7 536 002-9
seit 2010

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